Landingpage Beispiele: 6 Arten, die für Kleinbetriebe wirken
Was ist eine Landingpage? Wir zeigen 6 Landingpage-Arten mit Beispiel-Szenarien für Schweizer Kleinbetriebe, vom Handwerker bis zur Praxis, inklusive Aufbau.

Eine Landingpage ist eine einzelne Webseite mit genau einem Ziel: Sie soll Besucherinnen und Besucher zu einer bestimmten Handlung führen, zum Beispiel eine Offerte anfragen, einen Tisch reservieren oder einen Termin buchen. Anders als deine Startseite lenkt sie nicht mit vielen Menüpunkten ab, sondern konzentriert sich auf ein Angebot und einen klaren nächsten Schritt. Gute Landingpage Beispiele zeigen: Je fokussierter die Seite, desto leichter fällt deinen Kundinnen und Kunden die Entscheidung.
In diesem Artikel erklären wir dir, was eine Landingpage ausmacht, und stellen dir sechs typische Arten vor. Zu jeder Art beschreiben wir ein Beispiel-Szenario aus dem Alltag eines Schweizer Kleinbetriebs. Die Betriebe in den Szenarien sind frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung.
Was ist eine Landingpage genau?
Der Begriff kommt vom englischen «to land», also landen. Gemeint ist die Seite, auf der jemand ankommt, nachdem er auf eine Anzeige, einen Link in einem Newsletter, einen QR-Code auf einem Flyer oder ein Suchergebnis geklickt hat. Die Person hat also schon ein konkretes Interesse. Die Landingpage hat die Aufgabe, dieses Interesse aufzunehmen und in eine Handlung zu verwandeln.
Eine normale Unterseite deiner Website erzählt oft viel: Wer ihr seid, was ihr alles anbietet, wo ihr zu finden seid. Eine Landingpage dagegen beantwortet nur die Fragen, die für dieses eine Angebot wichtig sind. Alles andere lässt sie weg.
Was unterscheidet eine Landingpage von deiner Startseite?
Der Unterschied lässt sich gut in einer Tabelle zeigen:
| Startseite | Landingpage | |
|---|---|---|
| Ziel | Überblick über den ganzen Betrieb | Eine konkrete Handlung |
| Navigation | Vollständiges Menü | Wenig oder gar kein Menü |
| Zielgruppe | Alle Besucher | Personen mit einem bestimmten Interesse |
| Inhalt | Breit | Fokussiert auf ein Angebot |
| Erfolg messbar an | Verweildauer, Seitenaufrufe | Anfragen, Buchungen, Anmeldungen |
Aus unserer Erfahrung lohnt sich eine Landingpage immer dann, wenn du gezielt Werbung schaltest oder ein bestimmtes Angebot bekannter machen willst. Schickst du Leute aus einer Google-Anzeige einfach auf die Startseite, müssen sie selbst suchen, und viele springen dann ab.
Welche Elemente gehören auf jede Landingpage?
Egal welche Art von Landingpage du planst, ein paar Bausteine sind fast immer dabei:
- Eine klare Überschrift, die sofort sagt, worum es geht und welchen Nutzen du bietest.
- Ein passendes Bild, idealerweise ein echtes Foto von dir, deinem Team oder deiner Arbeit.
- Kurze Nutzenargumente, gerne als Liste mit drei bis fünf Punkten.
- Vertrauenselemente wie echte Kundenstimmen, Referenzen oder Mitgliedschaften in Verbänden.
- Ein deutlicher Handlungsaufruf, also ein Button oder ein Formular, das gut sichtbar ist.
- Kontaktmöglichkeiten für alle, die lieber anrufen.
Dazu kommt die Technik: Die Seite muss schnell laden und auf dem Handy gut funktionieren. Google beschreibt mit den Core Web Vitals, worauf es bei Ladezeit, Reaktionsfähigkeit und stabiler Darstellung ankommt. Gerade bei Besuchern aus Anzeigen zählt jede Sekunde.
1. Die Offerte-Landingpage für Handwerksbetriebe
Beispiel-Szenario: Ein kleiner Malerbetrieb aus dem Zürcher Oberland möchte mehr Aufträge für Fassadenrenovationen gewinnen. Er schaltet eine Google-Anzeige für «Fassade streichen Uster» und schickt die Klicks auf eine eigene Landingpage.
Aufbau:
- Überschrift: «Fassade streichen im Zürcher Oberland: Offerte innert drei Arbeitstagen»
- Drei bis vier Fotos von abgeschlossenen Fassadenprojekten aus der Region
- Kurze Liste: Was in der Offerte enthalten ist, wie der Ablauf aussieht
- Ein Formular mit wenigen Feldern: Name, Telefon, Ort, ungefähre Fläche, optional Fotos hochladen
- Zwei, drei echte Kundenstimmen mit Vornamen und Ort
Was sie gut macht: Die Seite spricht genau die Suchanfrage an und zeigt mit Fotos aus der Region, dass der Betrieb lokal verwurzelt ist. Das Formular ist kurz, und die Möglichkeit, Fotos hochzuladen, spart beiden Seiten einen ersten Besichtigungstermin.
2. Die Reservations-Landingpage für Restaurants
Beispiel-Szenario: Ein Quartierrestaurant in Winterthur bietet im Herbst ein Wildmenü an. Auf Instagram und auf Tischkarten mit QR-Code wird die Aktion beworben, alle Links führen auf eine Landingpage nur für das Wildmenü.
Aufbau:
- Grosses, appetitliches Foto vom Menü
- Überschrift mit Zeitraum: «Wildsaison vom 1. Oktober bis 30. November»
- Das Menü mit Preisen, kurz und übersichtlich
- Reservationsformular oder eingebundenes Buchungstool direkt darunter
- Öffnungszeiten, Adresse und Hinweis zu Parkplätzen oder ÖV
Was sie gut macht: Wer über den QR-Code kommt, sitzt vielleicht gerade im Tram und hat nur kurz Zeit. Die Seite zeigt sofort, was es gibt, was es kostet und wie man reserviert. Kein langes Scrollen, keine Suche nach der Telefonnummer.
3. Die Termin-Landingpage für Praxen
Beispiel-Szenario: Eine Physiotherapiepraxis in Baden startet ein neues Angebot für Rückentraining in Kleingruppen. Sie möchte gezielt Personen ansprechen, die nach «Rückentraining Baden» suchen.
Aufbau:
- Überschrift mit Nutzen: «Rückentraining in Kleingruppen: gezielt, betreut, in Baden»
- Kurze Erklärung, für wen das Training passt und für wen eher nicht
- Vorstellung der Therapeutin mit Foto und Ausbildung
- Hinweis zur Kostenübernahme durch die Zusatzversicherung, sachlich formuliert
- Online-Terminbuchung oder ein Button «Probetraining anfragen»
Was sie gut macht: Bei Gesundheitsthemen ist Vertrauen entscheidend. Das Foto der Therapeutin, ihre Qualifikationen und eine ehrliche Einordnung, für wen das Angebot geeignet ist, schaffen genau dieses Vertrauen. Die Frage zur Versicherung ist oft die erste, die sich Interessierte stellen, deshalb steht sie prominent auf der Seite.
4. Die Anmelde-Landingpage für Events und Kurse
Beispiel-Szenario: Eine kleine Weinhandlung in Zürich organisiert einen Degustationsabend mit Weinen aus dem Wallis. Die Plätze sind auf 24 begrenzt.
Aufbau:
- Überschrift mit Datum und Ort
- Programm des Abends in drei bis vier Punkten
- Preis pro Person und was inbegriffen ist
- Anzeige der verbleibenden Plätze, sofern technisch sauber umsetzbar
- Anmeldeformular mit Name, E-Mail, Anzahl Personen
- Bestätigung per E-Mail mit Kalendereintrag
Was sie gut macht: Alle wichtigen Informationen stehen auf einen Blick bereit. Die begrenzte Platzzahl ist ehrlich kommuniziert und hilft bei der Entscheidung, ohne künstlichen Druck. Ein gut gestaltetes Formular ist hier besonders wichtig. Die Tipps von web.dev zu Anmeldeformularen zeigen, wie du Felder so gestaltest, dass sie auch auf dem Handy einfach auszufüllen sind.
5. Die Landingpage für ein Gratis-Angebot
Beispiel-Szenario: Ein Treuhandbüro mit vier Mitarbeitenden in Zug bietet eine kostenlose Checkliste «Steuererklärung für Selbständige» als PDF an. Wer sie herunterladen will, gibt seine E-Mail-Adresse an.
Aufbau:
- Überschrift: «Gratis-Checkliste: Diese Unterlagen brauchst du für deine Steuererklärung»
- Vorschaubild der Checkliste
- Drei Punkte, was in der Checkliste steht
- Kurzes Formular mit E-Mail-Feld und einem Kontrollkästchen für den Newsletter, das nicht vorausgewählt ist
- Klarer Hinweis zum Datenschutz
Was sie gut macht: Das Angebot ist nützlich und hat einen klaren Bezug zum Kerngeschäft. Wer die Checkliste lädt, ist ein potenzieller Kunde. Die transparente Datenschutzangabe ist in der Schweiz nicht nur eine Frage des Vertrauens, sondern auch des revidierten Datenschutzgesetzes, das seit 2023 gilt.
6. Die Service-Landingpage für eine bestimmte Region
Beispiel-Szenario: Ein Sanitärbetrieb ist in mehreren Gemeinden tätig und möchte bei Suchen wie «Sanitär Notfall Dietikon» besser gefunden werden. Für die wichtigsten Gemeinden entsteht je eine eigene Seite mit echten lokalen Inhalten.
Aufbau:
- Überschrift mit Gemeinde und Dienstleistung
- Gut sichtbare Telefonnummer, auf dem Handy direkt anklickbar
- Beschreibung der Leistungen und typischen Einsätze in dieser Gemeinde
- Referenzen oder Projekte aus der Umgebung
- Kurzes Kontaktformular für nicht dringende Anliegen
Was sie gut macht: Die Seite hilft Menschen in einer Notsituation, schnell den richtigen Kontakt zu finden. Wichtig ist, dass jede Gemeindeseite wirklich eigene, hilfreiche Inhalte hat. Google rät in seinen Richtlinien zu hilfreichen Inhalten klar davon ab, Seiten nur für Suchmaschinen zu erstellen. Fast identische Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen bringen deshalb wenig.
Welche Fehler solltest du bei einer Landingpage vermeiden?
Aus unserer Erfahrung sind es immer wieder dieselben Punkte, die eine Landingpage ausbremsen:
- Zu viele Ziele auf einer Seite: Offerte, Newsletter, Social Media und Jobangebote gleichzeitig verwirren.
- Zu lange Formulare: Frag nur, was du für den ersten Schritt wirklich brauchst.
- Fehlende Handy-Optimierung: Ein grosser Teil der Besucher kommt mit dem Smartphone.
- Langsame Ladezeiten: Grosse, unkomprimierte Bilder sind der häufigste Grund.
- Unpassende Botschaft: Verspricht die Anzeige etwas anderes als die Seite, springen Besucher ab.
- Keine Erfolgsmessung: Ohne Messung weisst du nicht, ob die Seite funktioniert.
Wie misst du, ob deine Landingpage funktioniert?
Lege vor dem Start fest, was als Erfolg zählt: eine Anfrage, eine Reservation, eine Anmeldung. Diese Handlung solltest du messen, zum Beispiel mit einer Danke-Seite nach dem Absenden des Formulars. So siehst du, wie viele Besucher tatsächlich zu Anfragen werden. Mit der Zeit kannst du einzelne Elemente anpassen, etwa die Überschrift oder die Reihenfolge der Abschnitte, und beobachten, was sich verändert.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest, wie eine solche Seite entsteht und was sie kostet, lies unseren Artikel Landingpage erstellen lassen.
Häufige Fragen
Brauche ich für eine Landingpage eine eigene Website?
Nein. In den meisten Fällen ist die Landingpage einfach eine zusätzliche Seite auf deiner bestehenden Website, zum Beispiel unter einer eigenen Adresse wie deinebetrieb.ch/fassade. Wichtig ist, dass sie gestalterisch zu deinem Auftritt passt und technisch sauber eingebunden ist.
Wie lang sollte eine Landingpage sein?
So lang wie nötig, so kurz wie möglich. Ein Restaurant-Angebot braucht wenig Text, eine Praxis mit erklärungsbedürftigem Angebot etwas mehr. Entscheidend ist, dass alle Fragen beantwortet sind, die jemand vor der Entscheidung hat.
Soll eine Landingpage ein Menü haben?
Meistens ist es besser, das Menü wegzulassen oder stark zu reduzieren. So bleibt die Aufmerksamkeit beim Angebot. Ein Link zum Impressum und zur Datenschutzerklärung gehört aber immer dazu.
Kann eine Landingpage auch bei Google gefunden werden?
Ja, wenn sie hilfreiche, eigenständige Inhalte bietet. Viele Landingpages sind für Werbung gedacht, doch eine gut gemachte Service-Seite kann auch in der normalen Suche erscheinen. Ein Platz auf der ersten Seite lässt sich allerdings nie versprechen.
Wie viele Landingpages brauche ich?
Eine pro Angebot oder Kampagne, die du gezielt bewerben willst. Für den Start reicht oft eine einzige Seite für dein wichtigstes Angebot. Weitere kannst du ergänzen, sobald du siehst, was funktioniert.
Fazit: Eine gute Landingpage hat ein klares Ziel
Ob Offerte, Reservation, Termin, Anmeldung oder Gratis-Angebot: Die besten Landingpage Beispiele haben eines gemeinsam. Sie konzentrieren sich auf eine Handlung, beantworten die wichtigsten Fragen und machen den nächsten Schritt so einfach wie möglich. Für Kleinbetriebe ist das eine wirksame Möglichkeit, aus Werbung und Flyern mehr Anfragen zu machen.
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Quellen
- Hilfreiche, zuverlässige und nutzerorientierte Inhalte erstellen, Google Search Central
- Core Web Vitals und Google-Suchergebnisse, Google Search Central
- Seitennutzung in der Google Suche, Google Search Central
- Web Vitals, web.dev
- Sign-up form best practices, web.dev
- SEO-Leitfaden für Einsteiger, Google Search Central